Am Wochenende habe ich mit meinem Freund meine kranke Oma in Oberhausen besucht. Auf dem Weg dorthin sind wir zich mal an den Plakaten der aktuelle Anti-Raser-Kampagne vorbeigefahren. Makaber. Bei den Plakaten handelt es sich um überdimensional große Todesanzeigen. Ein schwarzer Rahmen umgibt das Bild der verunglückten Personen und ein schwarzes Kreuz. Darunter befinden sich die Namen der Verunglückten sowie ein kurzer Satz, der die jeweilige Todesursache schildert. Gezeigt wird beispielsweise eine fröhliche Familie, die „zu schnell nach Hause“ wollte oder ein junges verliebtes Paar, das „zu schnell in die Kurve“ gefahren ist.
Ich finde diese Kampagne klasse und schrecklich zugleich. Schrecklich sind die Gefühle, die beim Betrachten eines solchen Plakats in mir aufkommen. Besonders beim Anblick des jungen Paares wurde mir beinahe schlecht. Automatisch musste ich mir die Reaktion meiner Eltern auf eine Todesanzeige von mir und meinem Freund vorstellen. Es sterben zwar tagtäglich lebensfrohe Menschen auf Autobahnen, allerdings wird das in den Nachrichten nicht sonderlich emotional dargestellt. Auf den Plakaten der neuen Kampagne ist die Ansprahe wesentlich emotionaler und vor allem persönlicher. Die Menschen haben Gesichter, Namen und eine kleine Geschichte (Martin, Tim und Lukas fuhren gerne sportlich). Und es ist „für jeden etwas dabei“: Familie, Freunde, Liebespaar. Dadurch wird erreicht, dass jeder angesprochen wird und sich jeder in die Situation hineinversetzen kann. Abschreckungsfaktor: sehr hoch!
Mehr dazu findet ihr hier.


Diese Plakate sind auch meiner Meinung nach abschreckend und für verschiedene Zielgruppen ganz gut personalisiert. Ob so makabere Werbungen wirklich nötig / hilfreich sind, habe ich keine Ahnung.
Und ich weiß auch nicht, in wie großem Anteil der Unfälle zu hohe Geschwindigkeit eine Rolle spielt. Auf den österreichischen Autobahnen habe ich Werbungen, die empfohlen, eine Pause während des Fahrens zu machen, gesehen. Ganz normale Tafeln mit blinkenden Buchstaben. Wenn die Augen tatsächlich müde sind, wirkt die Schrift noch auffälliger.
Von den Werbungen, die auf österreichischen Autobahnen empfehlen Pausen einzulegen, habe ich noch gar nichts gewusst. Danke für die Information. Aber Deutschland ist eben so ein Spezialfall, da es auf den Autobahnen keine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt. Daher werden besonders viele Unfälle durch zu schnelles Fahren verursacht. In den anderen Ländern Europas, in denen die Grenze je nachdem bei 120 oder 130 km/h liegt, ist die Warscheinlichkeit, Unfälle aufgrund überhöhter Geschwindigkeit zu verursachen, dementsprechend geringer. Aber viele Unfälle passieren auf jeden Fall auch durch Konzentrationsmangel, besonders bei LKW-Fahrern, die Doppelschichten aufgedrückt kriegen.
War das erste mal auch ziemlich geschockt. Aber im Nachhinein finde ich auch dass die Plakate gut sind, da sie abschrecken.
[...] „Makaber“ (laut Duden synonym: entsetzenerregend, furchterregend, gespensterhaft, gespenstig, gespenstisch, grauenhaft, grauenvoll, gräulich, gruselig, nicht geheuer, schaudererregend, schauerlich, schauervoll) finden dass sowohl Radiostimmen von Passanten, als auch einige Internet-Nutzer (http://angelikasauer.wordpress.com/2008/05/25/59/). [...]
Ich frage mich, ob die Personen in echt ums Leben gekommen sind? Wenn nicht, denke ich, wie kann man sich als „lebend“ für eine Todes-Werbekampagne zur Verfügung stellen!?
Die Menschen auf den Bilder leben alle noch. Für die Kampagne wurden ausländiche Schauspieler engagiert damit niemand auf der Autobahn Todesanzeigen von Verwandten oder Bekannten sieht.