Social Media für Private Banking?

Beziehungspflege ist eine der höchsten Prioritäten der Finanzbranche. Jeder Anleger erwartet guten Service – aber nicht alle Marktteilnehmer bieten ihren Kunden einen Allround-Service im Onlinebereich.

Viele Banken und Sparkassen haben ihre Reichweite durch Social Media Kanäle stärken können. Auf Plattformen wie Facebook treten sie mit ihren Kunden in den direkten Dialog. Durchstarter im Web ist die deutsche, internetbasierte Bank namens Fidor. Sie richtet sich mit einem unverwechselbaren Marketingkonzept an Privat- und Geschäftskunden. Mit dem Slogan „Banking mit Freunden“ bringt das börsennotierte Unternehmen neuen Wind ins Bankgeschäft. Fidor setzt auf Offenheit, Fairness und die Einbindung ihrer Kunden. User können sich im Social Banking austauschen und auch gegenseitig beraten.

Andere Banken hingegen sehen in den neuen Kanälen ihre Seriosität gefährdet. Gerade im Private Banking gelten Vertrauen, Top-Service und absolute Diskretion als grundlegende Voraussetzungen. Der gute und direkte Draht zum Vermögensberater des Vertrauens hat höchsten Stellenwert. Können dieses Bedürfnisse nur durch persönlichen Kontakt erfüllt werden, oder ist das Web 2.0 auch für den Private Banking Bereich geeignet?

Trust Service Confidentiality

Hier gehen die Meinungen auseinander. Einem Artikel der FAZ von Dr. Goerg Wübker (Partner und Head of Global Banking bei Simon-Kucher & Partners) zufolge zeigen Untersuchungen mit Private-Banking-Kunden, dass insbesondere der 30- bis 50-jährige Teil der Zielgruppe dem Social Media offener gegenüber stehe. Das klassische und damit ältere Klientel hingegen lehne das Thema ab.

Eine Studie der Spectrum Group ergab, dass Millionäre generell Social Media lieben. Der Anteil von Facebook-Usern mit einem Vermögen von 1 bis 25 Mio. Dollar habe im Jahre 2011 in den USA bereits bei über 46% gelegen. Das durchschnittliche Alter der Facebook-User steigt ebenfalls immer weiter an.

Der große Nachteil bei der Nutzung von Facebook oder Twitter zur Kommunikation mit Private Banking Kunden ist das Umfeld. News aus dem seriösen Bankgeschäft erscheinen zwischen Oktoberfest-Bildern alter Schulfreunde oder der Katze der Nachbarin, die sich über einen neuen Kratzbaum freut. Was diesen Punkt betrifft, ist XING eine bessere Alternative. Wer allerdings nachhaltig Vertrauen aufbauen und sich in den neuen Medien klar positionieren möchte, kann auf multimediale, teilbare Inhalte zurückgreifen, wie z.B. Videos. Hier ein Beispiel der UBS:

Falls die oben genannten Fakten in ein paar Jahren zu einer Kehrtwende in den Kommunikationskanälen des Private Banking-Bereichs führen sollten, kann auf einen dennoch nicht verzichtet werden: den hochdiskreten Berater des Vertrauens, der seinen Kunden ganz persönlich empfängt.

Stadtrundgang in der Welt

Wenn man sich näher mit den aktuellen Designs verschiedener Länder beschäftigt, ist es wohl wie mit dem Flanieren durch eine Fußgängerzone. Man betrachtet verschiedene Menschen, ihre Verhaltensmuster und die Kultur, die sie im Gepäck haben. Manche Menschen besitzen sogar die Gabe, anhand modischer Statements wie etwa dem Schuhwerk, der Frisur oder der von sich gegebenen Lautstärke das Ursprungsland ausfindig zu machen. So ist es auch in der Welt des Designs. Demzufolge haben wir uns auf einen Sprung in die Fußgängerzone des Designs bewegt und Trends aus aller Welt gelauscht.

Aus Amerika hört man, dass die Romanze mit dem Vintage-Design andauert. Verschnörkelte Schriften und romantische Designs erinnern an die 50er Jahre und sagen dem Minimalismus den Kampf an. Russland versucht sich im Bereich Modefotografie und Webdesign. Dass einige Länder vor ihnen diesen Schritt gegangen sind, kommt den Kreativköpfen im Kreml entgegen.

Es ist bekannt, dass das Fotografieren im Blut der Japaner liegt. Ferner schlagen sie in Sachen Design auch ihre eigenen Zelte auf. Manga und co liegen nach wie vor im Trend. Flaniert man an der Copacabana, so stößt man auf frische & abstrakte kubische Formen, die für reizvolle Blicke sorgen.

Der Skandinavier an der Ecke ist schon längst kein Geheimtipp mehr. Es ist nicht nur die Geradlinigkeit, sondern auch die Unaufdringlichkeit, die so anziehend ist.

Mit den Worten „Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“ (Goethe) kehren wir aus dem Getümmel zurück. In Deutschland zählt die Wirkung. Man ruht sich nicht auf Lorbeeren aus, ist sich aber seiner Fähigkeiten bewusst und bleibt diesen treu. Das Goethe-Institut sagt „Grenzen zerfließen, nationale Stereotypen und Designsprachen verschwinden und dennoch gibt es Charakteristiken, die ein Land kennzeichnen. In Deutschland ist es die beständige Sachlichkeit, die im Design wieder in den Vordergrund rückt und dank einer individuellen Experimentierfreude in neuen gestalterischen Lösungen resultiert.“ Die Suche nach der ewigen Lösung geht weiter und oft liegt sie näher als vermutet.

Wenn ein Apfel zum Verhängnis wird…

Ist es eine Affäre, die man mit einem Apple Produkt eingeht? Verhängnisvoll ist die Beziehung zu den Produkten allemal. Das Feeling, die Handhabung – man kann dem unverwechselbaren, schlichten Design leicht verfallen und ganz verheimlichen kann man eine Liaison auch nicht.

Wer ein Apple Produkt kauft, der beschafft sich nicht nur ein Produkt, sondern auch den weißen Zauber zuzüglich der Emotionen, die Entwickler dem Produkt einsetzen. Ein Artikel in der Zeit spricht sogar von einer Gesinnung, die man beim Kauf eines solchen Produktes empfindet. „It is the symbolism rather than the utility of products which is in his prime consideration“ – so beschreibt der Wirtschaftswissenschaftler Roger Mason im Jahre 1985 die Bedeutung des Statussymbols für den Konsumenten. Apple hat eine Symbiose von Symbolism & Utility erschaffen.

Die neue Einfachheit tritt meistens in puristischem Weiß auf, besticht durch Zurückhaltung und schlichte Ästhetik. Die anfänglichen Designs, wie etwa das des ersten iPods, erinnern wirksam an die technischen Meisterwerke Dieter Rams (Braun). Der Look verbietet sich jeden Schnörkel und durch das Design zog eine „ungewohnte Strenge“ in das Leben rund um den weißen Apfel ein. Eine Art Avantgardismus schlug sich in den letzten Jahren blitzartig im Interior- und-Produktdesign nieder. Die Herkunft? Ein Stück weit Cupertino.

Der Trend wird eindeutig von der „weniger ist mehr“ Philosophie geprägt. Digitale Visualisierungen konzentrieren sich im Hinblick auf das Design nur auf das Nötigste und interpretieren diese Art des Understatements als Schlüssel zum Erfolg. Ein Beispiel dafür ist die Webseite invoicemachine.com.
Den Vergleich mit der Mode stellte der Spiegel bereits auf: „Es ist eine Herausforderung, vor der letztendlich auch jeder Modedesigner steht: Die eigene Kollektion immer wieder neu erscheinen zu lassen und das Alte in den Schatten zu stellen.“ (Apples Design-Strategie: Verführung mit Methode).

Minimalistisch und zurückhaltend, doch auffälliger als alle andere  – das ist die Corporate Identity, die sich Nutzer mit den weißen Gadgets selbst anlegen. Verfolgen werden wir diesen Kurs mit dem Gedanken, dass jeder, der etwas Trendiges haben möchte, es wie Apple macht, und wenn erst mal alles wieder Schwarz wird, das weiße Wunder vielleicht nicht mehr viel wert ist. Aber auch hier wird Apple mit großer Wahrscheinlichkeit wegweisend sein.

Apple Apfel

Die Zukunft der Printwelt im Zuge der Digitalisierung – Das treue Blatt im Netz?

Welches Ziel sich die Printwelt auf der Reise des digitalen Wandels gesetzt hat, ist noch nicht bekannt. Neue Medien sind gefragt – sie erreichen und bereichern. Vor über 120 Jahren sind ganze Branchen erloschen, weil sie unfähig waren, sich selbst auf modernen Kurs zu bringen. Klassische Kutschenhersteller hatten wenig übrig für die pferdelosen Kutschen eines Carl Benz oder eines Gottfried Daimler. Doch sie haben sich durchgesetzt.

Auch heutzutage fällt vorausschauenden, innovativen Unternehmen der Sprung in die Onlinewelt leichter als manch anderen. Zalando beispielsweise nutzt die neuen Möglichkeiten vorbildlich. Der besondere Reiz an der Digitalisierung ist, dass der Kreativität kaum Grenzen gesetzt sind. Doch obwohl die Berührung mit dieser neuen Welt sehr prickelnd ist, bleibt ein menschliches Bedürfnis außen vor: das Verlangen, etwas anfassen zu können. Aus diesem Grund sind klassische Zeitschriften bei vielen Menschen nach wie vor sehr beliebt.

Vergleicht man jedoch die Entwicklung von Print- und Onlinedienstleistungen, sind durchaus Tendenzen zu verzeichnen. Verlagshäuser haben mit dramatischen Einbrüchen zu kämpfen und Zeitungen wie die Frankfurter Rundschau melden Insolvenz an. Auch der Nachrichtendienst dpad ist in die Insolvenzfalle geraten. Nach einer im Auftrag von Hubert Burda Media ausgeführten Studie bezüglich des Themas „Print und Online“ wird deutlich, dass sich die Leser nicht mehr auf ein einziges Medium beschränken – und das war bereits im Januar 2008. Es liegt auf der Hand, dass crossmediale Konzepte das Fundament für die Zukunft der Kommunikationsbranche bilden.

Das Netz gilt als Treiber und Trendsetter zugleich. Der Social Media-Trend hält sich hartnäckig. Und Mobile Advertising, wie man es von Fastfood Ketten wie McDonalds in Form von Apps kennt, oder QR-Codes, die auf Gewinnspiele neugierig machen oder Produktinformationen liefern, werden ihren Platz in der Kommunikationswelt festigen. Nicht zuletzt durch immer smartere Geräte. Der Trend ist weltweit zu verzeichnen, denn der mediale Wandel macht weder vor einem Land noch vor einer Branche halt. Philip Meyer, Journalismusprofessor an der University of North Carolina, rechnet damit, dass die letzte Papierzeitung spätestens 2040 von der Druckwalze läuft.

Außenwerbung trifft jeden

Ist das wirklich so? Die Antwort lautet: ja! Die Voraussetzung lautet: man muss so präsent sein, dass sich ein Aufeinandertreffen nicht vermeiden lässt.

Vorbildlich zeigt dies die aktuelle Kampagne des FAW (Fachverband für Außenwerbung): www.trifft-jeden.de. Durch eine flächendeckende Nutzung von Out-of-Home-Medien in ganz Deutschland (v.a. Großplakate), erreichte die Botschaft in nur wenigen Tagen einen Großteil der Bevölkerung.

Dargestellt werden Personen, die sich ohne jeden Widerstand vom „Virus farbiger Staubwolken“ infizieren lassen. Die Einfärbung des Körpers wird dabei wie selbstverständlich hingenommen – und dadurch dem Betrachter bildlich vermittelt, wie gut sich diese Medien zur schnellen Übertragung von Werbebotschaften auf eine maximale Anzahl von Verbrauchern eignet.

Auch dem alten Lied vom unmündigen, passiven Konsumenten wurde vorgebeugt. Nahezu stolz tragen die Kampagnenmodels den bunten Staub auf ihrem Körper und bekennen somit Farbe. Wer nicht infiziert werden möchte, kann den Staub bestimmt auch ganz leicht wieder abschütteln…Bild

Positionierung in der Finanzbranche

Wir alle kennen folgende Namen: Knoppers, Snickers, Pick-Up, Kinder Pingui und Merci. Sie haben eine Gemeinsamkeit. Bei allen genannten Produkten handelt es sich um FMCG aus dem Bereich der Lebensmittel, genauer gesagt, sie alle gehören der Kategorie „schokoladehaltige Süßigkeiten im Snackformat“ an. Doch Snack ist hier nicht gleich Snack. Der eine ersetzt das Pausenbrot, der anderer vertreibt starken Hunger zwischendurch. Ein weiterer versetzt genervte Angestellte in Picknickstimmung, einer verhilft zur Entspannung wenn die Kinder im Garten spielen, und noch ein anderer ersetzt die Worte einer Danksagung. Es gibt Automarken, die das Verlangen nach dominantem Fahrspaß befriedigen, und ebenso welche, die preisgünstige Sicherheit für die ganze Familie bieten.

Obwohl sich diese Produkte in Ihrer Beschaffenheit sehr ähneln, sind ihre Positionierungen recht unterschiedlich. Für jede Emotion, für jede erdenkliche Alltagssituation, steht uns ein Produkt zur Bewältigung bzw. zum psychischen Beistand zur Verfügung. Wir als Konsument können uns also sorglos zurücklehnen. Doch wie sieht es bei Finanzdienstleistern aus? Hier gibt es keine Marken, die auf den „kleinen Finanzspaß zwischendurch“ oder auf „Entspannung an verregneten Wochenenden“ positioniert sind. Hier geht es nicht um Alltagssituationen. Geld ist ein ernstes und komplexes Thema und Anlagen müssen gut überlegt sein. Von Banken und Vermögensverwaltern erwarten wir deshalb Seriosität, Kompetenz und Diskretion. Ihre Ansprache muss in erster Linie Vertrauen erwecken. Aus diesem Grund fallen die Positionierungsunterschiede in dieser Branche wesentlich kleiner aus als bei typischen Konsumprodukten.

Fangen wir bei der Farbe an. Blau ist eine ruhige und unaufdringliche Farbe. Sie steht für Vertrauen und Verlässlichkeit. Häufig fällt die Wahl bei der Erstellung eines Corporate Designs dementsprechend auf einen blauen Farbton. Doch wie können sich Finanzdienstleister mit ähnlichen inhaltlichen Angeboten emotional voneinander abgrenzen, ohne unsachlich zu wirken? Mit Fragen wie dieser beschäftigen wir uns in der Agentur tagtäglich. Und können aus Erfahrung sagen, dass sich mit viel Fingerspitzengefühl für jeden Marktteilnehmer ein individuelles Image entwickeln lässt. Der Aufbau starker Bildwelten und die Konzeption hochwertiger Designs spielen hierbei eine große Rolle.